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Die Arbeit am Tonfeld® an der Montessori-Schule

Die Arbeit am Tonfeld hat in den vergangenen Jahren etwa 250 Kinder aus allen Klassenstufen auf ihrem Weg begleitet und in ihrer Entwicklung unterstützt, sowie Hilfestellung in schwierigen Situationen gegeben. Gemeinsam mit Frau Mattern haben sie versucht, die unterschiedlichsten Probleme zu bewältigen, neue Wege zu gehen und eventuelle seelische Verletzungen zu verarbeiten, damit der Kopf sich wieder auf das Lernen einlassen kann. Mittlerweile hat die Arbeit am Tonfeld einen festen Platz in der Mittagsvilla in unserem Therapieraum. In dieser ruhigen, geschützten Atmosphäre fühlen sich die Schüler sehr wohl.

Die Eingliederung dieser besonderen Förderung in den Schulalltag erleben wir als sehr sinnvoll. Es ist eine schnelle Hilfe möglich, ohne lange Wartezeiten, evtl. Extratermine am Nachmittag entfallen. Darüber hinaus ist so eine konstruktive Zusammenarbeit mit unserem engagierten Lehrerteam möglich.

Die Arbeit am Tonfeld® wurde vor etwa 45 Jahren von Prof. Heinz Deuser entwickelt. Sie basiert auf der Tiefenpsychologie von C.G. Jung und Erich Neumann und findet Anlehnung an die „Gestaltkreislehre“ V. von Weizsäckers und den Arbeiten F. Sanders und J. Krügers aus dem Bereich der Wahrnehmungs- und Gestaltpsychologie.

Und so sieht das aus: ein flacher Holzkasten, ausgestrichen mit weicher Tonerde, eine Schale Wasser und ein Begleiter, der das Kind sieht, ermutigt, ihm zugewandt ist, Beziehung vermittelt, die Bewegungen vorausschauend aufnimmt, neue Möglichkeiten anspricht und Positives unterstützt - „die Sprache der Hände versteht“. Oft können gerade Kinder und Jugendliche schwer mit Worten ausdrücken, was sie eventuell bedrückt.

Im Vordergrund steht der Umgang und die Art und Weise, wie Beziehung zum Material aufgenommen wird, nicht das, was entsteht, wie zum Beispiel beim Töpfern. Und doch bekommt das, was mich gerade bewegt, eine Gestalt - Bewegung wird Gestalt. Dies kann ganz unterschiedlich sein: vielleicht entsteht eine verbindende Brücke, ein dicker Baum, der die eigene Position zeigt, ein „Krafttier“, ein kleines Wesen, das geschützt werden muss, ein Leben spendender Brunnen oder eine Wasseranlage, bei der der Fluss des Wassers selbst bestimmt werden kann. Die Erfahrung „ich bin es selbst, der all dies zu tun vermag“ ist bei den Kindern tief, weil sie über die Sinne - besonders die Haptik - ganzheitlich vollzogen wird. So vermag dieses Erleben, das haben Erfahrungen gezeigt, bis in das alltägliche Leben hinein zu wirken.

Es ist bei dieser Arbeit möglich, Einblicke in die Lebensbedingungen und möglichen Blockaden der Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Es geht aber nicht darum, die biographischen Bedingungen zu erforschen, sondern die biographischen Bedingungen als Ausgangspunkt für neue Möglichkeiten des persönlichen Wachstums zu sehen. So können unter anderem Entwicklungsrückstände, Verhaltensauffälligkeiten, traumatische Erlebnisse, Lebenskrisen, Stärkung des Selbstvertrauens Indikationen für die Arbeit am Tonfeld sein.

Die Schüler genießen diese Einzelstunden sehr. Es ist nicht ein Müssen, sondern ein Dürfen, zum Tonfeld zu kommen. Nicht selten gibt es heftige Verhandlungen, länger bleiben zu können. Von anderen wird der Wunsch geäußert, auch mal dran zu kommen. Für jedes Kind, bei dem Interesse besteht, bietet Frau Mattern eine kostenfreie, unverbindliche Schnupperstunde an. Erst nach einem Gespräch mit Eltern und Lehrern kann dann eine Staffel von Stunden stattfinden. Die Kosten hierfür tragen die Eltern.

Die Arbeit am Tonfeld wird an unserer Schule als interne Unterstützungsmaßnahme für unsere Schülerinnen und Schüler angeboten.

Beratungslehrer: Frau Kerstin Mattern