Die Arbeit am Tonfeld® an der Montessori-Schule

Seit bald fünf Schuljahren gibt es nun die Arbeit am Tonfeld® an unserer Schule. Aus den zunächst geplanten zwei Vormittagen pro Woche sind schnell vier bis fünf geworden, an denen ich mit einzelnen Schülern arbeite, mit Eltern oder Lehrern rede. 

Etwa 100 Jungen und Mädchen aus allen Klassenstufen habe ich bisher eine Zeit lang begleitet, sie in ihrer Entwicklung unterstützt, Hilfestellung in schwierigen Situationen gegeben. Gemeinsam haben wir versucht, die unterschiedlichsten Probleme zu bewältigen, neue Wege zu gehen und eventuelle seelische Verletzungen zu verarbeiten, damit der Kopf sich wieder auf das Lernen einlassen kann. Mittlerweile habe ich einen festen Platz neben dem Schülercafe. In dieser ruhigen, geschützten Atmosphäre fühlen sich die Schüler sehr wohl.

Für alle, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich noch einmal kurz vorstellen: mein Name ist Kerstin Mattern, ich bin Heilpraktikerin und Sozialtherapeutin, habe selbst drei Kinder, die zum Teil schon mit dem Studium fertig sind. Über ein Praktikum, das ich während meiner Ausbildung zur Atempädagogin und Kunsttherapeutin in der Arbeit am Tonfeld® gemacht habe, bin ich an unsere Schule gekommen. Diese Arbeit mit den Kindern, die ich selbst ursprünglich an einer Montessorischule in Norddeutschland kennen gelernt habe, macht mir viel Freude. Ich sehe sie hier an der Schule als gezielte pädagogische Entwicklungsförderung, ausgehend davon, dass jedes Kind die Fähigkeit, die Entwicklungsschritte zur Selbstentfaltung in sich trägt.

Die Eingliederung dieser besonderen Förderung in den Schulalltag erlebe ich als sehr sinnvoll. Es ist eine schnelle Hilfe möglich, ohne lange Wartezeiten, evt. Extratermine am Nachmittag entfallen und  ich sehe die Kinder auch im Schulalltag. Darüber hinaus ist so eine konstruktive Zusammenarbeit mit unserem engagierten Lehrerteam möglich.

Hier noch einmal ein kurzer Überblick, was die Arbeit am Tonfeld® eigentlich ist und wo sie eingesetzt werden kann:

Die Arbeit am Tonfeld® wurde vor etwa 35 Jahren von Prof. Heinz Deuser entwickelt. Sie basiert auf der Tiefenpsychologie von C.G. Jung und Erich Neumann und findet Anlehnung an die „Gestaltkreislehre“ V. von Weizsäckers und den Arbeiten F. Sanders und J. Krügers aus dem Bereich der Wahrnehmungs- und Gestaltpsychologie.

Und so sieht das aus: ein flacher Holzkasten, ausgestrichen mit weicher Tonerde, eine Schale Wasser und ein Begleiter, der das Kind sieht, ermutigt, ihm zugewandt ist, Beziehung vermittelt, die Bewegungen vorausschauend aufnimmt, neue Möglichkeiten anspricht und Positives unterstützt - „die Sprache der Hände versteht“. Oft können gerade Kinder und Jugendliche schwer mit Worten ausdrücken, was sie eventuell bedrückt.

Im Vordergrund steht der Umgang und die Art und Weise, wie Beziehung zum Material aufgenommen wird, nicht das, was entsteht, wie zum Beispiel beim Töpfern. Und doch bekommt das, was mich gerade bewegt, eine Gestalt - Bewegung wird Gestalt. Dies kann ganz unterschiedlich sein: vielleicht entsteht eine verbindende Brücke, ein dicker Baum, der die eigene Position zeigt, ein „Krafttier“, ein kleines Wesen, das geschützt werden muss, ein Leben spendender Brunnen oder eine Wasseranlage, bei der der Fluss des Wassers selbst bestimmt werden kann. Die Erfahrung „ich bin es selbst, der all dies zu tun vermag“ ist bei den Kindern tief, weil sie über die Sinne ganzheitlich vollzogen wird. So vermag dieses Erleben, das haben Erfahrungen gezeigt, bis in das alltägliche Leben hinein zu wirken.

Es ist bei dieser Arbeit möglich, Einblicke in die Lebensbedingungen und möglichen Blockaden der Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Es geht aber nicht darum, die biographischen Bedingungen zu erforschen, sondern die biographischen Bedingungen als Ausgangspunkt für neue Möglichkeiten des persönlichen Wachstums zu sehen. So können unter anderem Entwicklungsrückstände, Verhaltensauffälligkeiten, traumatische Erlebnisse, Lebenskrisen, Stärkung des Selbstvertrauens Indikationen für die Arbeit am Tonfeld sein.

Die Schüler genießen nach meiner Erfahrung diese Einzelstunden sehr. Es ist nicht ein Müssen, sondern ein Dürfen, zum Tonfeld zu kommen. Nicht selten gibt es heftige Verhandlungen, länger bleiben zu können. Von anderen wird der Wunsch geäußert, auch mal dran zu kommen. Für jedes Kind, bei dem Interesse besteht, biete ich eine kostenfreie, unverbindliche Schnupperstunde an. Erst nach einem Gespräch mit Eltern und Lehrern kann dann eine Staffel von Stunden stattfinden. Die Kosten hierfür tragen die Eltern. In einem Fall sind die Kosten auch von der gemeinnützigen Barbos Stiftung übernommen worden. Diese Stiftung fördert die Arbeit am Tonfeld für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Die Stunden finden nach Absprache in der Freiarbeitszeit statt. Nach einigen Stunden biete ich ein ausführliches Elterngespräch an und komme auf Wunsch auch zu den Gesprächen zwischen Eltern und Lehrern dazu.

Aufkirchner Ferien/Ostern: Fit wie ein Turnschuh

Für: sportbegeisterte Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren

Wann: in den Osterferien vom 15. April – 18. April 2019

Mo bis Do von 8.30 Uhr - 16.00 Uhr

Teilnahmegebühr:

100,00 Euro pro Kind
  95,00 Euro für Montessori Kids
    5,00 Euro Geschwisterrabatt

Veranstaltungskalender Schule

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